Atkins

Die wichtigsten Grundlagen der Atkins Diät

By Guido Wehrle - Ernährungscoach, Karlsruhe

Die Atkins Diät ist wahrlich keine neue Diät. Bereits in den späten siebziger Jahren des letzten Jahrtausends hatte sie mit großen Paukenschlägen große Bekanntheit erreicht und die bis dahin geltende Ernährungswissenschaft gewaltig auf den Kopf gestellt und revolutioniert. Zu den wichtigsten Grundlagen der Atkins Diät zählte der Ansatz, dass fettarme Diäten in der Regel nicht zum Erfolg führen und es von daher erforderlich sei, das Thema Ernährung komplett neu zu denken. Nicht umsonst trug das Einstiegswerk von Dr. Robert Atkins den provozierenden Titel "Diätrevolution".

Viele Menschen sind auf den Atkins-Zug aufgesprungen

Ich denke keine andere Diät hatte bislang so schnell eine so große Anhängerschaft gewinnen können, wie dies bei der Atkins Diät der Fall gewesen ist.

Dabei musst Du bedenken, dass das Wissen über Zusammenhänge von Ernährung in den siebziger Jahren noch nicht sehr ausgeprägt war.

Herrschende Meinung war, dass erfolgreiches Abnehmen nur über ein Kaloriendefizit zu erreichen sei. Dazu sei eine "ausgewogene Ernährung" mit so wenig Fett wie möglich notwendig. In der Tat zählte das Fett als der Hauptschuldige für Übergwewicht.

Doch was genau war jetzt das revolutionär Neue an dieser Diät eines amerikanischen Kardiologen?

Welches sind die Grundlagen der Atkins Diät?

Diesen Fragen möchte ich in diesem Beitrag auf dem Grund gehen.

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Die aktuelle Atkins Diät

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Bewertung: 5/5

Der unserer Meinung nach gelungenste Einstieg in die Welt der Atkins Diät. Auf leicht verständliche Art werden Ihnen die Grundlagen vermittelt.

Atkins Diät Revolution

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Das Original von Dr. Robert Atkins aus den 80er Jahren. Wohl kein Buch hat die Diätwissenschaft so revolutioniert. Unbedingte Leseempfehlung

Ketogene Ernährung für Berufstätige

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Atkins Theorie darüber, was uns übergewichtig werden lässt

Die Atkins Diät basiert auf einer neuen Annahme und einer Neubewertung des Makronährstoffs Fett. Gemäß Dr. Atkins Theorie führt ein übermäßiger Verzehr von Kohlenhydraten und Zucker zu einer Gewichtszunahme.

Entscheidend wäre laut Atkins nicht die Menge an Fett, die wir zu uns nehmen. Ebenso wenig wäre die Menge an aufgenommenen Kalorien eine entscheidende Kenngröße. Schuldig wären die Kohlenhydrate. Genauer gesagt, die Art und Weise, wie unser Körper die Kohlenhydrate verarbeitet und daraus seine Energie bezieht.

Atkins vertrat die Ansicht, dass die meisten Übergewichtigen nicht an einem Zuviel an Fett  dick geworden seien. Grund sei vielmehr eine Kohlenhydratunverträglichikeit bzw. eine Insulin-Resistenz. Bei Übergewichtigen würde der Stoffwechsel nicht mehr richtig funktionieren und deswegen würden sie übergewichtig werden, beziehungsweise übergewichtig bleiben.

Zu viele Kohlenhydrate führen zu schnellen Fettansammlungen im Körper

Isst man zu viele Kohlenhydrate und Zucker erhöht sich der Zuckergehalt in unserem Blut. Daraufhin produziert die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin um den Zucker als Glykogen in der Leber zwischen zu speichern. Allerdings kann der Körper nur sehr begrenzt Glykogen speichern. Wir sprechen hier von einer Größenordnung von wenigen 100 Gramm. Diese Glykogenspeicher werden vom Körper bevorzugt genutzt, wenn dieser neue Energie benötigt.

Hast Du jedoch mehr Kohlenhydrate zu Dir genommen als der Körper verbrauchen bzw. als Glykogen zwischen speichern kann, wandelt Dein Körper die überschüssigen Kohlenhydrate in Fett um.

Und diese Umwandlung in Fett führt dazu, dass wir fetter und fetter werden. Zumindest solange wir an unserer kohlenhydratlastigen Ernährung nichts verändern.

Die passiert immer, wenn Du zu viele Kohlenhydrate zu Dir nimmst. Es ist ein unumstößliches Gesetz!

Das Problem der Insulin-Resistenz

Wer unter Insulin-Resistenz oder an einer Kohlenhydratunverträglichkeit leidet, hat es noch deutlich schwerer Kohlenhydrate zu verarbeiten und zu speichern. 

Je mehr Insulin der Körper produziert umso resistenter wird der Organismus gegenüber dem Hormon Insulin. Mit der Zeit entsteht eine sehr gefährliche Insulin-Resistenz.

Denn Deine Zellen versuchen sich eben vor den giftigen Auswirkungen von zuviel Insulin zu schützen. In der Folge speichert er nur noch sehr wenig Glykogen und wandelt einen noch größeren Anteil der aufgenommenen Kohlenhydrate in Fett um.

Übergewicht ist die logische Folge einer Insulin-Resistenz

Es braucht nicht viel Phantasie dazu, um zu erkennen, dass dieser Teufelskreislauf schnurstracks in eine Gewichtszunahme mündet. 

Die Kohlenhydrate werden in Fett umgewandelt, anstelle, dass diese zur Energiegewinnung gespeichert werden würden. Dadurch wird dem Körper jedoch in immer schnelleren Intervallen signalisiert, dass er wieder Hunger habe. Und dies führt dann direkt in den nächsten Teufelskreis.

Weitere Auswirkungen von zu vielen Kohlenhydraten

Durch die verlorengegangene Möglichkeit Kohlenhydrate schnell in Energie zu verwandeln wird dem Körper ganz allgemein viel Energie entzogen. Denn letztendlich muss er die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen priorisieren. Die führt direkt in folgende unschöne Begleiterscheinungen:

  • Fatigue
  • Konzentrationsstörungen, nachlassende Gedächtnisleistungen, Verlust an Kreativität ...
  • Blutzucker kann gefährlich absacken (Hypoglykämie)
  • Blähbauch
  • Schlaflosigkeit, Depressionen etc.

Es ist also keinesfalls nur die Gewichtszunahme eine von den unerwünschten Folgen.

Bei Insulin-Resistenz hilft eine strikte Begrenzung der Kohlenhydrate

Die Lösung könnte eine Begrenzung der Kohlenhydrate sein. Wir erinnern uns. Atkins sagte, dass eine Kohlenhydrat-Unverträglichkeit in den meisten Fällen für das Übergewicht der Menschen verantwortlich sei. Atkins sagte weiter, dass, wenn man die Kohlenhydratzufuhr begrenzt, sowohl an Gewicht verlieren wird als sich auch ganz allgemein eine verbesserte Gesundheit zurückerobern wird.

Verboten sind einfache Zucker (Kekse, Limonaden, Süßigkeiten) aber auch komplexe Kohlenhydrate (Reis, Kartoffeln, Teigwaren, Brot etc ...)

Selbst gemeinhin als gesund angepriesene Lebensmittel, wie Haferflocken, brauner Reis, Vollkornbrot usw. sind in der Atkins Diät nicht gestattet beziehungsweise rigoros limitiert.

Ziel ist in die Ketose zu kommen

Die Atkins Diät drückt die erlaubte Kohlenhydratzufuhr auf unter 50 Gramm. Im Rahmen des Atkins Diätplans wird die persönliche und individuelle Kohlenhydratgrenze ermittelt. Das ist derjenige Wert, bei dem Du weder abnimmst noch zunimmst. Lebenslanges Ziel der Atkins Diät ist es, die Ernährung immer um diesen kritischen Wert hin aufzubauen.

Die Kohlenhydratreduzierung sorgt dafür, dass Du in Ketose kommst. In der Ketose nutzt Dein Körper das Fett als Treibstoff.

Jetzt muss Dein Körper auch nicht mehr so viel Insulin produzieren und so wird eine zusätzliche Umwandlung von Kohlenhydraten in Fett vermieden.

In der Folge verwendet Dein Körper das gespeicherte Körperfett als Treibstoff. Und dieser Treibstoff ist darüber hinaus sehr effektiv mit vielfältigen weiteren gesundheitlichen Vorteilen.

Und weiter: So bist Du im Zustand der Fettverbrennung: Du nimmst ab - indem Du auf Kohlenhydrate verzichtest!

Die Atkins Diät verhindert Hungergefühle

Bislang waren Diäten immer mit Verzicht, Einschränkungen und Hungergefühlen verbunden. Während der Atkins Diät jedoch wird Dein Verlangen nach Süßem, Dein Verlangen nach Kohlenhydraten und den damit verbunden Hungergefühlen einfach verschwinden.

Du nimmst ab ... ganz ohne irgendwelche Hungergefühle. Wie genial ist das denn?

Hast Du jemals eine Diät gemacht, bei der das Fett verboten und die Kohlenhydrate erlaubt waren?

Dann weißt Du, wie Du unmittelbar nach Mahlzeiten sofort wieder Hunger bekommen hast. Es waren unglaubliche Willensleistungen notwendig um diesen Hungerattacken nicht nachzugeben. Mittlerweile wissen wir ja, dass diese Heißhungerattacken logische Folge von Blutzuckerschwankungen sind. Und diese werden eben erst durch eine kohlenhydratreiche Ernährung beziehungsweise Diät ermöglicht.

Die Einstiegsphase in die Atkins Diät ist sehr rigide

Die Atkins Diät ist in drei (genaugenommen sogar vier) Phasen aufgeteilt. Die erste Phase ist dabei die strengste. Hier darfst Du maximal 20 Gramm (manchmal sogar nur 10 Gramm) Kohlenhydrate zu Dir nehmen.

Logischerweise schränkt dies den Speiseplan sehr ein. Aber nur durch diese strikte Restriktion ist es möglich, schnell Deine alten Angewohnheiten abzulegen und möglichst schnell in Ketose zu kommen.

Allerdings lockern sich die Vorschriften im weiteren Verlauf der Diät und hängt auch stark von Deinem indivisuellen Organismus ab. Während manche Menschen bei 70 Gramm Kohlenhydrate noch in Ketose bleiben, vertragen andere Menschen auch dauerhaft nicht mehr als 25 bis 30 Gramm.

Um dies herauszufinden wird die persönliche Kohlenhydratgrenze ermittelt. Je höher diese ist, desto dauerhaft abwechslungsreicher wirst Du Deinen Speiseplan gestalten können.

Die Atkins Diät wurde im Lauf der letzten Jahrzehnte im weiter verfeinert

Die Atkins-Diät ist das Schlachtross unter den 0-Carbs-Diäten. Im Laufe der letzten Jahre wurden die Diät um wesentliche neue Errungenschaften in der Ernährungswissenschaft ergänzt.

Insbesondere das prozentuale Verhältnis der einzelnen Makronährstoffe rückte in den Fokus der Forschung. Atkins hatte alleine auf die Kohlenhydratmenge reduziert. Heute interessiert eben auch das richtige Verhältnis insbesondere von Fett zu den Eiweißen.

Bei mir auf 0-Carbs bleibst Du stets auf dem Laufenden und ich hoffe, dass die Informationen hier nützlich für Dich sind.

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Guido Wehrle - Ernährungscoach, Karlsruhe


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