Atkins

Atkins und der Heißhunger auf Zucker

By Guido Wehrle - Ernährungscoach, Karlsruhe

Wo wir auch hinschauen, nahezu die ganze Lebensmittelwelt ist reich an Zucker. Manchmal offen sichtbar, beispielsweise in den Süßwaren, Nachspeisen und den Limonaden. Unsere ganze westliche Lebensweise hat unsere Ernährungsgewohnheiten auf Zucker konditioniert. Wir entwickeln einen regelrechten Heißhunger auf Zucker. Manche sprechen durchaus auch von Zuckersucht und stellen Zucker in eine Reihe mit Nikotin, Heroin oder anderen harten Drogen.

Dabei präsentiert sich der Zucker nicht nur offensichtlich, sondern lauert sehr versteckt in den verschiedensten verarbeiteten Lebensmitteln.

Hättest Du beispielsweise gedacht, dass handelsübliches Tomatenketchup eigentlich in der Süßwarenabteilung verkauft werden sollte? Wir sprechen von ca 30 Gramm Kohlenhydraten je 100 Gramm Ketchup. Das ist enorm. Insbesondere wenn man bedenkt, dass das Ausgangsprodukt, die Tomate gerade einmal 4 Gramm Kohlenhydrate auf die Waage bringt. Im Verarbeitungsprozess wird also der Zuckerfaktor um das 6 bis 8 fache erhöht.

Eigentlich ein riesiger Skandal - doch es schreit kaum jemand!

Auch im vermeintlich so gesunden Vollkornbrot lauert der versteckte Zucker. Wir haben eine globale Süßigkeiten-Epidemie. Systematisch vergiftet die Lebensmittelindustrie sowohl die Lebensmittel als auch uns mit dem weißen Gift. Denn tatsächlich ist Zucker zu nichts gut, außer dass es dem Körper schnelle Energie liefert.

Darüber hinaus macht Zucker uns süchtig und führt dazu, dass wir einen regelrechten Heißhunger entwickeln, wenn der Zucker einmal nicht vorhanden ist.

In der Phase 1 der Atkins Diät kämpfen wir mit starkem Zuckerverlangen

Zuerst einmal solltest Du Dir deswegen keine Sorgen machen. Du hast Deinen Körper über Jahrzehnte hinweg mit vielen Kohlenhydraten misshandelt. Es ist bestimmt nicht übertrieben zu behaupten, dass Du eine echte Zuckersucht entwickelt hast. Dein Körper hat sich so auf Zucker als alleinige Energiequelle gewöhnt, dass er jetzt erst einmal nicht damit klar kommt, wenn Du ihm den Zucker entziehst.

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Da geht es Dir, wie dem Raucher, der gewaltige Entzugssymptome entwickelt, wenn dem Körper das Nikotin entzogen wird. Oder wie dem Heroinabhängigen, der den nächsten Schuss nicht bekommt.

Du streichst den Zucker und Dein Körper entwickelt Entzugserscheinungen.

"Gib mir den Zucker zurück" wird er schreien. Und das ist beileibe nicht nur ein mentales Problem, sondern Dein Körper kann auch handfeste körperliche Entzugserscheinungen zeigen. Zu Beginn der Atkins Diät kommt es deswegen oft zur sogenannten Ketogrippe, eine bekannte und dokumentierte Begleiterscheinung durch die man gehen muss.

Das Energielevel wird durch den Blutzuckerspiegel bestimmt

Das Grundproblem unserer westlichen Ernährung ist der hohe Zuckerkonsum in Verbindung mit dessen Auswirkungen auf unseren Blutzuckerspiegel und eng damit verknüpft unserer allgemeinen Gesundheit.

Ist der Blutzucker zu niedrig, bekommen wir Hunger. Essen wir dann unsere gewohnte Nahrung mit viel Zucker und stillen unser Hungerbedürfnis steigt der Blutzucker rapide an.

Jetzt schlägt die Bauchspeicheldrüse Alarm. In der festen Überzeugung, dass etwas nicht stimmt, beginnt diese eilig das (Mast-)Hormon Insulin zu produzieren um den Blutzucker wieder zu senken und den Zucker aus der Blutbahn zu leiten.

Deswegen sackt der Blutzuckerspiegel wieder genauso rapide in den Keller, wie er eben gestiegen ist. In der Folge entwickeln wir wieder Heißhunger und wir befinden uns in einer wahren Teufelsspirale, im Hamsterrad der modernen westlichen Zivilisation. Mit der Folge. Wir essen so fettarm wie nie in der Geschichte und sind in der Masse so fett wie nie!

Dieser Kreislauf kann die Bauchspeicheldrüse auf Dauer erschöpfen und es kommt zu einer Störung in der Insulin-Ausschüttung. Ihr Körper kann in den gefährlichen prädiabetischen Zustand kommen. Ab diesem Zeitpunkt ist Alarmstufe 1 und Dein Risiko für Diabetes und allen Folgeerscheinungen steigt dramatisch nach oben.

Die Atkins Diät durchbricht diesen Kreislauf!

Die Atkins Diät kann diesen Kreislauf glücklicherweise durchbrechen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass Dein Heißhunger auf Zucker von jetzt auf nachher verschwinden wird. Denn schließlich lauern die Zuckerprodukte überall und es ist nicht immer leicht diesen süßen Versuchungen zu widerstehen.

Planung heißt das Zauberwort um dem Heißhunger gegen Zucker eine passende Antwort zu geben.

  • Achte auf das richtige Verhältnis zwischen Eiweiß, Fett und Ballaststoffen (Kohlenhydrate sind Bäh!)
  • Zu Beginn der Atkins Diät (in der Umstellungsphase) die Abstände zwischen den Mahlzeiten nicht zu groß werden lassen. Bist Du einmal adaptiert, kannst Du aber durchaus in das intermittierende Fasten wechseln und Deine Abnehmerfolge damit zusätzlich beschleunigen.
  • Wenn Du tatsächlich Heißhunger bekommst, esse auf keinen Fall Kohlenhydrate, sondern halte Dich an Käse, Nüsse, Samen, gekochte Eier etc.
  • Zu viele Kalorien sind bei einer Heißhungerattacke nicht das Problem - das Problem sind die Kohlenhydrate. Deswegen als erste Amtshandlung sämtliche Zuckerfallen aus dem Haushalt entfernen.

Beachtest Du diese 4 kleinen Handlungsregeln bist Du bestens gerüstet, Heißhungerattacken entweder ganz zu vermeiden. Zumindest kannst Du damit umgehen, wenn Du welche bekommst.

Und denke immer daran. Bei der Atkins-Diät zählst Du die Kohlenhydrate und nicht die Kalorien. Eine Heißhungerattacke ist nur dann schlimm, wenn Du Dich dann mit Kohlenhydraten vollstopfst!

Auch Mineralstoffmangel kann Heißhungerattacken auslösen

Auch ein Mangel der Mineralstoffe Magnesium, Kalium, Calcium, Zink, Chrom usw. können Heißhungerattacken auslösen. Wir empfehlen in Phase 1 der Atkins Diät ein Multivitamin-Kombipräparat als Nahrungsergänzung zu benutzen. Auch Professor Atkins empfahl dies übrigens.

Tauchen die Heißhungerattacken trotzdem weiter auf, ist es sicherlich keine schlechte Idee beim Arzt die einzelnen Nährstoffgehalte überprüfen zu lassen und dann bei vorliegendem Mangel dieses einzeln auszugleichen.

Zähneputzen und zuckerfreie Atemdragees können helfen

Zähne zu putzen ist natürlich unabhängig von irgendwelchen Diäten selten eine schlechte Strategie. Geht das gerade nicht, kannst Du auch ein zuckerfreies Atemdragee nutzen. Beide Methode betäuben  den Mund und verhindern tatsächlich, dass Du essen möchtest.

Trinke viel Wasser

Das ist wohl der häufigste Tipp und er stimmt auch. Wasser füllt den Magen und reduziert Hungergefühle. Trinkst Du viel, verringerst Du das Auftreten von Heißhungerattacken dramatisch.

Die Gefahr, dass Du mit Süßigkeiten sündigst wird somit deutlich geringer.

Lenke Dich ab - gehe spazieren, mache Sport, führe den Hund Gassi

Manchmal ist es auch eine gute Strategie einfach etwas ganz anderes zu machen, sich abzulenken und einfach nicht mehr ans Essen zu denken.

Gehe doch einfach mal ein wenig an die frische Luft. Ein Spaziergang wirkt wahre Wunder und weckt verborgene Lebensgeister. Setze Dich aufs Fahrrad und erkunde Deine Umgebung. Lasse einfach andere Dinge an Dich heran.

So kombinierst Du die positive Wirkung von Bewegung sowohl auf Deine Psyche als auch auf Deinen Körper. Dein Abnehmerfolg wird durch diese Extra-Bewegung zusätzlich unterstützt. Und ganz "zufällig" kommt der Effekt, den die Gewohnheitsforschung schon lange kennt zum Tragen. 

Gewohnheiten, die man ablegen möchte sollte man "unsichtbar" machen.

Alternativ kannst Du natürlich auch mit einer guten Freundin telefonieren oder Dich in einem Forum oder einer Atkins Facebook Gruppe  austauschen.

DAs alles kann dazu beitragen, dass Du den Heißhungerattacken begegnen kannst, die Dir insbesondere in den ersten 14 Tagen der Atkins Diät begegnen werden.

Auch wenn es verlockend erscheint - Bekämpfe Deine Zuckersucht nicht mit Süßstoffen oder Nachbauten

Wir wissen, dass der Markt an kohlenhydratarmen Nachbauten von ehemaligen Lieblingsspeisen vorhanden ist. Trotzdem würde ich Dir diese Produkte nicht empfehlen.

Denn Du bist nicht nur zuckerabhängig. Das ist nur die halbe Wahrheit. Dein Körper und Dein Gehirn ist auf den Geschmack "süß" konditioniert.

Selbst eine mit Süßstoffen gesüßte, eigentlich unbedenkliche, Mahlzeit kann eine Pseudo Insulinausschüttung auslösen. Der Körper meint, er hätte Zucker bekommen und reagiert genauso mit steigenden Blutzuckerspiegel.

Wissenschaftlich belegt ist das zwar noch nicht, aber es deuten viele Anzeichen darauf hin. Die Forschungen laufen noch.

Ganz abgesehen davon, wird Dein Gehirn, wenn Du etwas Süßes gegessen hast, immer wieder erneut Süßigkeiten einfordern.

Es ist besser und nachhaltiger ganz vom Geschmack süß wegzukommen. Du wirst nach und nach merken, wie gut manche Produkte wirklich munden, ohne dass diese zu Tode gesüßt wurden.

Fazit:

Zu Beginn der Atkins Diät gehört sicherlich auch der Heißhunger auf Süßes. Das sind ernste Entzugserscheinungen Deiner Zuckersucht. Gibst Du Ihnen nicht nach und befolgst die hier gegebenen Tipps, kannst Du diese Phasen unbeschadet überstehen.

Und keine Angst: Bist Du erst einmal Keto-adaptiert bewegt sich Dein Blutzucker ohne Schwankungen auf einem konstant niedrigen Niveau. Das bedeutet, dass Heißhungerattacken nur noch sehr selten bis gar nicht auftauchen werden.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg während Deiner Atkins-Diät!

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Guido Wehrle - Ernährungscoach, Karlsruhe


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